Laserentfernung von Permanent Make-up - Interview mit einer Ärztin
Interview mit einem Facharzt für Laserbehandlungen
Ein misslungenes oder altes Permanent Make-up ist ein Thema, mit dem sich immer mehr Frauen melden. Die Gründe sind oft ähnlich: eine zu dunkle Farbe, eine ungleichmäßige Form, Asymmetrie, Pigment außerhalb der Linie oder einfach ein Ergebnis, das nicht mehr zum Gesicht passt. Viele Kundinnen fragen dann: „Kann man das noch korrigieren?“ – und sehr oft lautet die Antwort: ja, aber zunächst sollte man eine Laserentfernung in Betracht ziehen.
Die Laserentfernung von PMU ist eine wirksame Methode, aber gleichzeitig ein Thema, das Wissen und Vorsicht erfordert. Nicht jedes Pigment verhält sich gleich, nicht jede Haut reagiert identisch, und ein guter Behandlungsplan beginnt immer mit einer gründlichen Beratung und Einschätzung.
Deshalb habe ich ein Interview mit einem Arzt vorbereitet, der auf die laserbasierte Pigmententfernung spezialisiert ist. Ich habe Fragen gestellt, die ich im Studio am häufigsten von Kundinnen höre, aber auch fachlichere Fragen – zur Wirkweise des Lasers, zur Sicherheit, zu Kontraindikationen und zur Reaktion unterschiedlicher Pigmenttypen.
Ich hoffe, dass dieser Beitrag viele Unsicherheiten nimmt und Ihnen hilft, eine ruhige und informierte Entscheidung zu treffen.
Expertin / Experte im Porträt
Name: Dr. Petra Hirtler
Fachrichtung: Allgemeinmedizin mit Spezialisierung auf ästhetische Laserbehandlungen
Erfahrung mit Lasern: 11 Jahren
Behandlungsschwerpunkte: Tattooentfernungen, PMU-Entfernungen, Cover-Up Vorbereitungen
Tattoos haben mich schon früh fasziniert. Ich machte meine erste Erfahrung damit als ich 18 Jahre alt war und mir mein erstes Tattoo stechen hab lassen. Und dann zwei Jahre später musste ich feststellen, dass dieses Tattoo doch nicht für die Ewigkeit bestimmt sein soll und einfach nicht mehr zu mir und auf meine Haut passte. Und so suchte ich nach einer Möglichkeit, das Tattoo wieder los zu werden und machte als Medizinstudentin meine erste Erfahrung mit der Tattoo Laserentfernung. Aber die Faszination von Tattoos ließ mich nicht mehr los und es kamen neue Tattoos dazu. Als Ärztin fragte ich mich dann, was passiert mit diesen Kunstwerken, die auf der Haut sichtbar bleiben, eigentlich unter der Haut? Wie überprüft man die Qualität der Farben, die, anders als jedes Kosmetikprodukt, in unseren Körper gelangen? Welche Risiken und Komplikationen gibt es und wie kann ich dabei helfen? Und so führte mich das Leben vom Tattoostudio raus und rein in die Welt der medizinischen Tattoobehandlungen.
1. Grundlagen und Sicherheit
Worin unterscheidet sich aus ärztlicher Sicht die Entfernung von Permanent Make-up von der Entfernung eines klassischen Tattoos?
Antwort der Ärztin:
Da sich Permanent Make-Up meist im Gesicht befindet, braucht es hierfür besonders viel Erfahrung, Vorsicht und Einfühlungsvermögen. Speziell bei der Entfernung eines Permanent Make-Ups kann es durch die Laserbehandlungen zu Farbumschlägen kommen. Bei den verwendeten Pigmenten handelt es sich oft um Farbmischungen, daher kann es sein, dass nach der Entfernung des schwarzen Pigments ein rötlicher Anteil übrig bleibt und das Permanent Make-Up rötlich/orange oder braun erscheint. Besonders bei roten, orangen und braunen Farbtönen kann es durch weitere Laserbehandlungen wiederum zu einem weiteren Farbumschlag in Grün oder Schwarz kommen, das sogenannte "INK-Darkening". Im Normalfall lassen sich diese mit dem Laser zwar auch wieder gut entfernen, aber diese Farbwechsel können die Behandlung insgesamt langwieriger und schwieriger machen.
Was sind die häufigsten Gründe, warum Patientinnen zur Laserentfernung von PMU kommen?
Antwort der Ärztin:
Ein Permanent Make-Up soll Augen ausdrucksvoller, Augenbrauen dichter oder Lippen konturierter erscheinen lassen. Auch Microblading ist besonders in den letzten Jahren beliebt geworden, da volle und kräftige Augenbrauen im Trend liegen. Doch Trends sind ständig im Wandel. Nun kann es passieren, dass das Permanent Make-Up handwerklich schlecht ausgeführt wurde, nicht die erhoffte Form und Platzierung hat, es nach mehreren Jahren nicht mehr schön geformt ist oder man lieber wieder einen natürlich schönen Look möchte.
Auch die falsche Farbe und Veränderungen der Haut mit dem Alter können Gründe sein, ein Permanent Make-Up zu entfernen und gegebenenfalls durch ein besseres zu ersetzen. Selten treten auch Unverträglichkeiten auf. Gerade im Gesicht ist die Haltbarkeit der Tattoos nicht immer so gegeben, da die Gesichtshaut besonders stark der UV-Strahlung ausgesetzt ist. Daher kommt es beim Permanent Make-Up, anders als bei Tattoos am restlichen Körper, die zudem meist auch tiefer gestochen sind, öfter zu einem unerwünschten Farbwechsel oder einem ungleichmäßigen Farbabbau und Verblassen. Wenn einem der eigene Look nicht mehr gefällt oder das natürliche Verblassen zu lange dauert, dann kann man das Permanent Make-Up mit dem Laser entfernen.
Wie läuft die erste Beratung vor Beginn der Behandlung ab?
Antwort der Ärztin:
Vor der ersten Behandlung erfolgt immer ein ausführliches Beratungsgespräch, in dem ich über den Behandlungsablauf informiere, Erfolgschancen erläutere, Fragen beantworte und einen Behandlungsplan erstelle. Gerne empfehle ich dabei auch Partnerstudios für die gelungene Auffrischung oder Erneuerung eines Permanent Make-Ups.
Was sind die wichtigsten Kontraindikationen für eine Laserentfernung?
Antwort der Ärztin:
Schwangerschaft / Stillzeit
Akute Infektion im Behandlungsareal
Allergische Reaktion auf das Permanent Make-Up
Bestehende Allergie auf Schwermetalle (Quecksilber, Chrom, Cadmium, Kobalt oder Nickel)
Neigung zu Keloiden (überschießende Narbenbildung)
Einnahme lichtsensibilisierender Medikamente
Frische Bräune (keine Sonne oder Solarium 4 Wochen vor und nach der Behandlung).
2. Wie funktioniert der Laser? (fachlicher Teil)
Nach welchem Prinzip entfernt ein Laser die Pigmente aus der Haut?
Antwort der Ärztin:
Die Permanent Make-Up-Entfernung mit dem Laser basiert darauf, dass der Laser extrem kurze, aber kraftvolle Lichtimpulse in der Wellenlänge der Farbpigmente in die Haut abgibt. Die Farbpartikel absorbieren die Energie und erhitzen sich so stark, dass sie in kleine Partikel zersprengt werden. Dabei erhitzen sich nur die Pigmente, nicht die umgebende Haut. Die nun entstandenen kleineren Partikel können durch die Fresszellen des Immunsystems aufgenommen und über die Lymphbahnen in die Lymphknoten transportiert sowie über Nieren und Darm ausgeschieden werden. In den folgenden Wochen lässt sich beobachten, wie die Farbe verblasst.
Nach welchem Prinzip entfernt ein Laser die Pigmente aus der Haut?
Antwort der Ärztin:
Die Permanent Make-Up-Entfernung mit dem Laser basiert darauf, dass der Laser extrem kurze, aber kraftvolle Lichtimpulse in der Wellenlänge der Farbpigmente in die Haut abgibt. Die Farbpartikel absorbieren die Energie und erhitzen sich so stark, dass sie in kleine Partikel zersprengt werden. Dabei erhitzen sich nur die Pigmente, nicht die umgebende Haut. Die nun entstandenen kleineren Partikel können durch die Fresszellen des Immunsystems aufgenommen und über die Lymphbahnen in die Lymphknoten transportiert sowie über Nieren und Darm ausgeschieden werden. In den folgenden Wochen lässt sich beobachten, wie die Farbe verblasst.
Welche Bedeutung haben Wellenlänge und Behandlungsparameter?
Antwort der Ärztin:
Laserlicht ist ein hochenergetisches Licht einer bestimmten Wellenlänge, welches in die Haut eindringt und von den Farbpigmenten des Tattoos absorbiert wird. Mit den unterschiedlichen Wellenlängen kann man unterschiedliche Farben (Schwarz, Rot, Grün etc.) behandeln.
Warum lassen sich manche Farben leichter entfernen als andere?
Antwort der Ärztin:
Je dunkler die Farbe, desto besser kann das Laserlicht von den Farbpigmenten aufgenommen werden und diese dann zersprengen. Helle Farbtöne wie Weiß, Gelb, ein helles Grün, Violett oder Türkis reflektieren das Licht stärker und lassen sich daher nur schlecht oder mit vielen Laserbehandlungen entfernen. Das Beimischen von Titandioxid (Weiß-Pigment) in den Farben macht die Laserbehandlung sehr kompliziert und aufwändig. Am besten sprechen die Farben Schwarz, Grau und Rot auf eine Laserbehandlung an.
Hat die Zusammensetzung des Pigments (organisch / anorganisch, Eisenoxide, Carbon Black etc.) Einfluss auf die Laserreaktion?
Antwort der Ärztin:
Farbbestandteile wie Titandioxid und Eisenoxid (z.B. in Weiß, Rot, Orange, etc.) werden durch hochenergetische Laserimpulse reduziert und verfärben sich dadurch dunkel - das sogenannte "INK-Darkening". Außerdem ist rotes Eisenoxid auch am lichtstabilsten, daher kommt es oft zur rötlichen Verfärbung eines Permanent Make-Ups.
Spielt die Eindringtiefe des Pigments eine Rolle für den Behandlungserfolg?
Antwort der Ärztin:
Ja. Je oberflächlicher das Pigment gestochen wurde, desto leichter und schneller lässt es sich auch wieder entfernen.
3. Pigmentreaktionen und Therapieplanung
Warum verändern manche Pigmente nach der ersten Sitzung zunächst ihre Farbe, statt heller zu werden?
Antwort der Ärztin:
siehe oben:
Farbbestandteile wie Titandioxid und Eisenoxid (z.B. in Weiß, Rot, Orange, etc.) werden durch hochenergetische Laserimpulse reduziert und verfärben sich dadurch dunkel - das sogenannte "INK-Darkening". Außerdem ist rotes Eisenoxid auch am lichtstabilsten, daher kommt es oft zur rötlichen Verfärbung eines Permanent Make-Ups.
Kann man die Reaktion eines Pigments vorab einschätzen?
Antwort der Ärztin:
Im Vorhinein lässt es sich oft schwer sagen, wie ein Pigment im individuellen Fall reagieren wird, da sich jedes Pigment in jeder Haut anders verhalten kann. Aber aufgrund meiner Erfahrung kann ich sagen, wie es sich in den meisten und wahrscheinlichsten Fällen verhält.
Wie wird das Risiko für Nebenwirkungen wie Hyperpigmentierung oder Hypopigmentierung eingeschätzt?
Antwort der Ärztin:
Eine Aufhellung (Hypopigmentation) entsteht durch die ungewollte Entfernung von hauteigenen Farbpigmenten bei der Entfernung der Tattoopigmente, da der Laser nicht zwischen der Farbe des Tattoos und der Hautfarbe unterscheiden kann. Bei gebräunter Haut ist das Risiko einer unerwünschten Hellfärbung der Haut größer. Diese Hypopigmentierungen sind meist nur vorübergehend, allerdings braucht man dafür aber sehr viel Geduld. Ausgehend von den Haarwurzeln sollte sich die normale Hautfarbe im Laufe einiger Jahre wieder nachbilden. Allerdings ist es besser vorzubeugen und mit dem Lasern erst zu beginnen, wenn die Sommerbräune vollständig verblasst ist, als später auf die Rückkehr entfernter Hautpigmente zu warten.
Eine Dunkelfärbung der betreffenden Haut (Hyperpigmentation) ist eher selten und tritt meist auf der Innenseite der Unterarme auf.
Welche Rolle spielen Hauttyp (Fototyp) und Nachsorge?
Antwort der Ärztin:
Je dunkler der Hauttyp, desto eher kann es durch eine Laserbehandlung zu Hypopigmentationen kommen. Wie gut und erfolgreich sich ein Tattoo entfernen lässt, ist von mehreren Faktoren abhängig. Einen wesentlichen Teil des Erfolgs spielt dabei auch der Stoffwechsel, da die durch den Laser zertrümmerten Farbteilchen über das lymphatische System abtransportiert werden. Ausschlaggebend für eine erfolgreiche und narbenfreie Tattooentfernung ist vor allem auch eine sorgsame Pflege und Nachsorge! Hierbei gilt, je besser die anschließende Pflege, desto schneller wird die Behandlung zum Erfolg.
Warum sind die Abstände zwischen den Sitzungen so wichtig?
Antwort der Ärztin:
Die durch den Laser zertrümmerten Teilchen werden von den Müllmännern des Körpers - also den Makrophagen - aufgenommen und für den Abtransport durch das lymphatische System -der Müllabfuhr des Körpers - vorbereitet. Der Farbmüll wird nun in den Müllsammelstationen - den Lymphknoten - gesammelt und abgelagert oder über Niere oder Darm ausgeschieden. Dieser Prozess erfordert Zeit, deshalb sind Folgebehandlungen auch erst nach einigen Wochen sinnvoll.
4. Ablauf der Behandlung Schritt für Schritt
Wie läuft eine Sitzung von Anfang bis Ende ab?
Antwort der Ärztin:
Vor dem Einsatz des Lasers wird die betroffene Hautpartie sorgfältig desinfiziert. Es wird ein Foto aufgenommen, um den Behandlungserfolg zu dokumentieren. Dann werden die Stellen mit dem speziellen NanoStar® C Laser behandelt. Pro Behandlung wird das gesamte Permanent Make-Up einmal mit dem Laser abgefahren. Eine einzelne Behandlung ist nach etwa fünf bis zehn Minuten erledigt. Im Anschluss sollte die Stelle noch für ein paar Tage mit einer entzündungshemmenden Wund- und Heilcreme versorgt werden.
Wie lange dauert eine Sitzung in der Regel (Augenbrauen / Lippen / Eyeliner)?
Antwort der Ärztin:
Eine einzelne Behandlung ist nach etwa fünf bis zehn Minuten erledigt.
Wovon hängt die Anzahl der benötigten Sitzungen ab?
Antwort der Ärztin:
Stichtiefe des Permanent Make-Ups
Alter des Permanent Make-Ups
Qualität und Professionalität
Farbzusammensetzung und -dichte
Farben des Permanent Make-Ups
Körperstelle und Hautbeschaffenheit
Pflege während der Nachbehandlung
Wie sieht die Haut direkt nach der Behandlung aus und wie verändert sie sich in den folgenden Tagen?
Antwort der Ärztin:
Unmittelbar nach der Behandlung erscheint die gelaserte Stelle weißlich. Dieser Effekt verschwindet aber nach wenigen Minuten.
Danach ist das behandelte Areal etwas gerötet und kurzzeitig geschwollen, vergleichbar mit dem Gefühl eines leichten Sonnenbrandes. Dies bildet sich aber erfahrungsgemäß nach 1 – 2 Tagen zurück.
Was sind die wichtigsten Pflegeempfehlungen nach der Behandlung?
Antwort der Ärztin:
Kühlen und Eincremen. Nach der Behandlung sollte die Haut zuerst sorgfältig gekühlt werden, um Hautirritationen zu lindern. Die Haut sollte einige Tage lang mit einer entzündungshemmenden Wund- und Heilcreme gepflegt werden. Wichtig ist es, entstandene Krusten keinesfalls abzukratzen, sie sind Teil des normalen Heilungsprozesses und die vorzeitige Entfernung erhöht das sonst geringe Risiko von Narben.
Was sollte man nach der Behandlung unbedingt vermeiden?
Antwort der Ärztin:
Bis das behandelte Areal nicht mehr irritiert ist, sollte man in der ersten Zeit nach der Laserentfernung auf Baden und Schwimmen verzichten, damit es zu keinen Infektionen kommt. Vermeiden sollte man auch übermäßiges Schwitzen durch Sport oder Saunabesuche. Schweiß kann an den betroffenen Körperstellen zu Entzündungen oder sogar Infektionen führen.
Wichtig ist es darauf zu achten, die betreffende Region mindestens 6 Wochen lang nicht ungeschützt der Sonne bzw. dem Solarium auszusetzen, um das Risiko einer Pigmentverschiebung zu verringern. Bei einem längeren Aufenthalt im Freien sollten Sunblocker-Cremes (LSF mind. 50) benutzt werden.
5. Häufige Fragen von Kundinnen (FAQ)
Tut die Laserentfernung von PMU weh?
Antwort der Ärztin:
Da jede Person ein individuelles Schmerzempfinden hat, wird die Behandlung auch als unterschiedlich schmerzhaft wahrgenommen. Es gibt Patienten, die das Lasern als extrem schmerzhaft empfinden. Für andere ist es maximal etwas unangenehm. Vom Gefühl her ist das Weglasern der einzelnen Farbpigmenten vergleichbar mit dem Schnalzen eines Gummibandes oder wie kleine, heiße Fettspritzer, die auf die Haut kommen.
Wird während der Behandlung eine Betäubung verwendet?
Antwort der Ärztin:
Eine betäubende Creme kann ca. eine Stunde vor der Behandlung auf die Haut aufgetragen werden und dabei helfen, den Schmerz zu reduzieren. In der Regel lässt sich die Laserbehandlung jedoch auch ohne örtliche Betäubung durchführen.
Kann die Haut während einer Laserbehandlung zur Entfernung von Permanent Make-up bluten?
Antwort der Ärztin:
Im Normalfall sollte es bei einer Laserbehandlung zu keinen starken Blutungen bzw Verletzungen der Haut kommen.
Können nach der Laserentfernung Narben entstehen?
Antwort der Ärztin:
Eine Narbenbildung ist bei gewissenhafter Behandlung und sorgsamer Nachbehandlung und Pflege äußerst selten. Manchmal wurden durch das Stechen des PMUs bereits Narben gesetzt. Diese fallen wegen der eingebrachten Farbe meist nicht auf. Man tastet sie aber und spürt ein erhabenes Hautrelief. Diese Narben können nach Entfernung der Farbe erhaben und depigmentiert sichtbar bleiben.
Bei entsprechender Veranlagung oder Wundheilungsstörungen kann es in seltenen Fällen zu Narbenwucherungen (Keloide) kommen.
Können Augenbrauenhaare ausfallen oder ihre Farbe verändern?
Antwort der Ärztin:
Augenbrauenhaare können vorübergehend auch ihre Pigmentierung verlieren und verblassen. Im Normalfall wachsen diese aber innerhalb weniger Tage wieder dunkel nach und fallen auch nicht aus, da das Pigment höher als die Haarwurzeln liegen sollte.
Kann man nur einen Teil des Pigments entfernen?
Antwort der Ärztin:
Ja, der Laser kann bis auf wenige Millimeter sehr präzise auch nur Teile des Pigments entfernen.
Kann man PMU vollständig entfernen?
Antwort der Ärztin:
Der Erfolg einer Behandlung ist von vielen Faktoren abhängig und auch immer sehr individuell. Gerade helle Farben, wie Gelb oder ein helles Grün, lassen sich durch eine Laserbehandlung kaum oder nur schwer entfernen. Eine vollständige Entfernung ist daher nicht immer garantiert, gelingt aber dank moderner Laser heutzutage meistens ganz gut!
Wann kann nach der Lasertherapie wieder ein neues Permanent Make-up gemacht werden?
Antwort der Ärztin:
Man soll der Haut mindestens 4 - 6 Monate Zeit für den vollständigen Heilungsprozess Zeit geben, bevor neue Farbpigmente in die Haut eingebracht werden.
Ist die Laserentfernung von Eyeliner sicher? Wie wird das Auge geschützt?
Antwort der Ärztin:
Ich selbst biete keine Entfernung von Eyelinern an, da in diesem Fall das Permanent-Make-Up sehr nahe am Auge ist und der Laser das Auge schädigen könnte, wären die damit verbundenen möglichen Risiken und Komplikationen zu hoch.
Unterscheidet sich die Entfernung von Lippen-PMU von der Entfernung bei den Augenbrauen?
Antwort der Ärztin:
Der Behandlungsablauf ist derselbe, der einzige Unterschied ist, dass bei den Lippen häufig rote und weiße Pigmente verwendet werden, was die Entfernung aufgrund der bereits beschriebenen Farbveränderungen erschweren kann.
Spielen Schwangerschaft, Stillzeit oder Herpesneigung eine Rolle?
Antwort der Ärztin:
Ja, siehe Kontraindikationen. Außerdem kann es durch die Behandlung zur Aktivierung von Akne oder Herpes kommen.
6. Zusammenarbeit zwischen Arzt und PMU Artist
In welchen Fällen sollte ein PMU Artist eine Kundin zuerst zur Laserberatung schicken?
Antwort der Ärztin:
Ich denke, dass grundsätzlich eine Entfernung oder Aufhellung des bestehenden PMUs für die Gestaltung eines neuen Permanent Make-Ups immer sehr nützlich sein kann. Dadurch ist man in der Auswahl der Farbe und der Form freier. Wenn man davor die alten Pigmente entfernt, kommen auch nicht zu viele unterschiedliche Pigmente in der Haut zu liegen, denn dadurch kann es wiederum mit der Zeit durch die Sonneneinstrahlung zu unerwünschten Farbveränderungen kommen.
Welche Informationen vom PMU Artist sind für die Therapieplanung besonders hilfreich?
Antwort der Ärztin:
Im Grunde reicht es, wenn ich weiß, was entfernt werden soll und ob das PMU am besten vollständig entfernt oder nur aufgehellt werden soll.
Hilft die Kenntnis der Pigmentmarke oder des Behandlungsdatums bei der Planung?
Antwort der Ärztin:
Das spielt eigentlich keine Rolle bei der Behandlung.
Wie sieht aus Ihrer Sicht eine ideale Zusammenarbeit zwischen Laserspezialist und PMU Artist aus?
Antwort der Ärztin:
Ich denke, eine gute Zusammenarbeit entsteht vor allem durch gegenseitiges Vertrauen und das Wissen, dass die Patient:innen auf beiden Seiten professionell, kompetent und einfühlsam behandelt werden und sich in den besten Händen befinden.
7. Mythen und häufige Fehler
Was ist der häufigste Mythos zur Laserentfernung von PMU?
Antwort der Ärztin:
Dass eine Laserentfernung Narben hinterlässt.
Welche Fehler machen Patientinnen vor oder nach der Behandlung am häufigsten?
Antwort der Ärztin:
Sie entscheiden sich vor einer Laserentfernung zuerst gegen diese Behandlungsmethode und wenden andere Methoden zur Entfernung an, welche oft zu einer Narbenbildung führen und dann eine Laserbehandlung erschweren können. Nach der Behandlung kann es vorkommen, dass die Patient:innen sich manchmal leider wieder in die Hände von unprofessionellen Kosmetiker:innen begeben und das neue PMU dann nicht so wie gewünscht aussieht. Das führt sie dann manchmal wieder zurück zu mir.
Können Hausmittel oder „schnelle Methoden“ zur Pigmententfernung schaden?
Antwort der Ärztin:
Ja, es kann dadurch zu Narbenbildungen kommen.
Was sollte aus Ihrer Sicht jede Person mit einem alten oder misslungenen PMU wissen, bevor sie sich für eine Entfernung entscheidet?
Antwort der Ärztin:
Sie sollte dieses Interview vorher durchlesen 😉
Zusammenfassung des Interviews
Die Laserentfernung von Permanent Make-up ist eine wirksame Methode, erfordert aber eine individuelle Einschätzung, einen guten Behandlungsplan und Geduld. Besonders bei alten, misslungenen oder zu tief pigmentierten Arbeiten ist sie oft der sinnvollste erste Schritt vor einer möglichen Neupigmentierung.
Wichtiger Hinweis
Jeder Fall ist individuell. Ob eine Laserentfernung möglich und sinnvoll ist, kann nur im Rahmen einer persönlichen Beratung und Haut-/Pigmentbeurteilung entschieden werden.
Ich danke Frau Dr. Petra Hirtler für die fundierten Antworten und dafür, dass sie die häufigsten Mythen aufgeklärt hat. Ich hoffe, dass dir dieses Interview dabei hilft, den nächsten Schritt bewusst zu planen – so, dass deine Haut sicher bleibt und das Endergebnis deinen Erwartungen entspricht.
Ich lade dich außerdem herzlich ein, die Website www.tattooentfernung-wien.at sowie das Instagram-Profil https://www.instagram.com/tattooentfernung_wien zu besuchen – dort findest du weitere Informationen und aktuelle Neuigkeiten zur Laserentfernung von Permanent Make-up.
Hast du altes Permanent Make-up und weißt nicht, welche Lösung die richtige ist? Kontaktiere mich – ich berate dich gerne und empfehle dir die beste Lösung.

